Obstkorb am Arbeitsplatz?

Wenn ich in den Unternehmen bin, sehe ich immer seltener einen Obstkorb in der Teeküche stehen. Ich fragte bei den Unternehmern nach und bekam zur Antwort. „Wir wollten etwas für die gesunde Ernährung tun. Doch es wird gar nicht so genutzt. Die Mitarbeiter halten es wohl nur für eine schöne Geste.“ 

Haben die Mitarbeiter wirklich recht, ist es nur eine nette Geste? Trägt ein Obstkorb schon zur gesunden Ernährung bei?

Dem wollte ich nachgehen. Ich sprach dazu ich mit Sarah Noack. Sie ist Ärztin, hat sich auf gesunde Ernährung spezialisiert und berät Menschen, denen das Thema wichtig ist. 

„Frau Noack, was halten Sie vom Obstkorb in der Teeküche?“ 

(Frau Noack) Der Obstkorb unterstützt definitiv eine gesunde Ernährung und sollte von den Mitarbeitern täglich genutzt werden. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen nicht den empfohlenen Obstverzehr von 250g/Tag erreicht. Bekannt ist jedoch, dass ein regelmäßiger Verzehr an Obst das Risiko chronischer Krankheiten deutlich vermindern kann. Obst liefert dem Körper viele Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Dieser Nährstoffmix ist für den Körper sehr wichtig und kann auch nicht adäquat durch Fruchtsäfte oder gar Nahrungsergänzungsmittel ersetzt werden. Bekannt unter „5 am Tag“ gibt es seit Jahren eine Gesundheitskampagne, die für einen täglichen Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag wirbt. Jedes Unternehmen, dass einen Obstkorb zur Verfügung stellt, fördert damit die gesunde Ernährung der Mitarbeiter enorm.

Das ist interessant. Und so tauchte auch gleich die nächste Frage bei mir auf. „Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Leistungsfähigkeit zum Beispiel im (Homeoffice) Büro?“

(Frau Noack) Der Einfluss der Ernährung auf die Leistungsfähigkeit wird meiner Meinung heutzutage oft unterschätzt. Im stressigen (Arbeits-) Alltag werden immer mehr Fertigprodukte konsumiert. Diese mache zwar zunächst satt, versorgen den Körper allerdings nicht mit den wichtigen Nährstoffen. Im Laufe der Zeit kann so bei einseitiger Ernährung, vor allem durch zu wenig frische Zutaten ein Nährstoffdefizit auftreten. Das führt zu Leistungseinschränkungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit bis hin zu einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen oder Krebs. Es sollten also mehrheitlich unverarbeitete Lebensmittel verzehrt werden. Wichtig ist auch eine Pause einzulegen um sich genügend Zeit für das Essen zu nehmen. Denn es hat sich gezeigt, dass unter Ablenkung ein verspäteter Sättigungseffekt auftritt, der damit eine vermehrte Kalorienaufnahme zur Folge hat . Zudem kann der Körper die Nahrung besser verdauen, wenn ausgiebig gekaut wurde. Und das braucht eben Zeit. Daher sollte im Unternehmen ein großes Augenmerk auf eine ausreichende Mittagspause gelegt werden. Denn das unterstützt die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nachhaltig.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer mehr zur gesunden Ernährung in seinem Unternehmen wissen möchte, schreibt mir bitte einfach seine Fragen. Denn ich freue mich auf weitere Gespräche mit Frau Noack.